Mietvertrag

MietvertragEs gibt verschiedene Arten von Mietverträgen, aber eines haben fast alle gemeinsam: Sie enthalten ungültige Klauseln. Im Zweifelsfall sollte man den Mietvertrag immer mithilfe des örtlichen Mieterbunds prüfen. Hier können Sie erfahren, welche Arten von Mietverträgen es gibt und worauf Sie besonders achten sollten. (Quelle: Deutscher Mieterbund):

Mietverträge können entweder mündlich oder schriftlich abgeschlossen werden. Ein mündlicher Mietvertrag ist dann gültig, wenn die Parteien festgelegt haben, wer Mieter und wer Vermieter ist und wann das Mietverhältnis beginnt. Außerdem muss man sich auf die Höhe der Miete und die Wohnung einigen, die vermietet wird. Die wenigsten Mietverträge werden mündlich abgeschlossen. Einerseits, weil bei mündlichen Mietverträgen die Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs gelten, was Mietern sehr viele Vorteile verschafft. Andererseits kann man Streitigkeiten über mündliche Vereinbarungen durch einen schriftlichen Vertrag umgehen.

Die meisten schriftlichen Verträge sind Formularmietverträge, bei solchen Verträgen sollten Sie immer genau prüfen lassen, ob alles seine Richtigkeit hat. Es gibt unbefristete Mietverträge und Zeitmietverträge, Staffelmietverträge und Indexmietverträge.

Unbefristete Mietverträge klingen erst einmal gut, aber sie können auch Nachtteile haben. Gerade bei kleineren oder Privatvermietern hat man als Mieter geringen Kündigungsschutz. Zwar muss ein gesetzlich anerkannter Grund bestehen, aber „Eigenbedarf“ kann bei einer Einliegerwohnung etc. schnell entstehen. Mieterhöhungen sind ohne weiteres bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete möglich. Ihr Kündigungsrecht kann bis zu vier Jahre ausgeschlossen werden. Ansonsten gilt für Sie die gesetzliche Kündigungsfrist von 3 Monaten.

Zeitmietverträge sind seit September 2001 nur noch gestattet, wenn ein Kündigungsgrund schriftlich festgelegt ist, der begründet, warum der Mietvertrag zu einem bestimmten Zeitpunkt enden muss. Zeitmietverträge, die vorher abgeschlossen wurden, sind nach wie vor gültig und benötigen keinen Grund. Eine Begründung für einen Zeitmietvertrag können zum Beispiel Eigenbedarf oder Umbaumaßnahmen sein.

Ein Staffelmietvertrag legt die jährliche Mietsteigerung von vorneherein schriftlich fest und wird oft als Zeitmietvertrag abgeschlossen. In einem solchen Fall darf der Vermieter nicht kündigen. Der Mieter darf erst zum Ablauf des vierten Jahres den Mietvertrag beenden. Nach vier Jahren gilt für den Mieter die gesetzliche Kündigungsfrist.

Ein Indexmietvertrag legt die Mietsteigerungen für die nächsten Jahre fest. Weil der Mietpreis an den Preisindex für allgemeine Lebenshaltung des Statistischen Bundesamts gekoppelt ist, heißt er Indexmietvertrag.

Es gibt kein Rücktrittsrecht, wenn Sie einen Mietvertrag abschließen, es sei denn, es wird Ihnen in dem Vertrag gewährt, was eher die Ausnahme sein dürfte. Die einzige Ausnahme ist das Widerrufsrecht bei „Haustürgeschäften“. Sollte Ihr Vermieter unaufgefordert  vor Ihrer Tür stehen und Sie zur Unterschrift eines neuen Mietvertrags überreden, haben Sie eine Widerrufsfrist von zwei Wochen. Ansonsten müssen Sie in den sauren Apfel beißen und die gesetzliche Kündigungsfrist von 3 Monaten einhalten. Sie können allerdings auch schon kündigen, wenn Sie noch gar nicht eingezogen sind.

Gerade in Bezug auf Haustiere oder Schönheitsreparaturen enthalten Mietverträge oft Fehler. Besonders in Großstädten beanspruchen Vermieter gerne eine Bearbeitungsgebühr für das Ausstellen eines Mietvertrags. Die Kosten für Wohnungsbesichtigung, Buchhaltung und Vertragsfertigung dürfen jedoch nicht auf Mieter abgewälzt werden, da es sich um Verwaltungskosten handelt, die der Vermieter aus Eigeninteresse zahlen muss.

Es lohnt sich also immer, Mietverträge vor der Unterschrift genau zu prüfen, am besten mit fachmännischer Unterstützung.

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